Kauf
Gebrauchtwagen kaufen: Checkliste von der Besichtigung bis zum Kaufvertrag
Bei der Besichtigung eines Gebrauchtwagens prasselt viel auf dich ein. Mit dieser Checkliste prüfst du Papiere, Karosserie, Technik und Probefahrt der Reihe nach und weißt, was in den Kaufvertrag gehört.
6 Min. LesezeitVon YE CARS, Bergheim

Inhalt
- Vorbereitung: Gebrauchtwagen kaufen mit klarem Budget
- Papiere prüfen: der erste Gebrauchtwagen-Check
- Am Fahrzeug: worauf du achten solltest
- Probefahrt mit dem Gebrauchtwagen
- Kaufvertrag beim Gebrauchtwagen: das gehört hinein
- Händler oder privat: was rechtlich anders ist
- Gebrauchtwagen in Bergheim ansehen und Probe fahren
- Häufige Fragen
Ein Gebrauchtwagen ist eine größere Anschaffung, und bei der Besichtigung gibt es viel zu beachten. Mit einer Checkliste behältst du den Überblick und vergisst nichts Wesentliches. Die folgenden Tipps gelten für den Kauf beim Händler genauso wie für den Kauf von privat. Du brauchst dafür kein Werkstattwissen, nur etwas Zeit, gutes Licht und einen kritischen Blick.
Vorbereitung: Gebrauchtwagen kaufen mit klarem Budget
Bevor du dir Autos ansiehst, lohnt ein ehrlicher Blick auf die Gesamtkosten. Der Kaufpreis ist nur ein Teil davon.
- Kaufpreis oder Rate: Überleg, ob du bar zahlst oder eine Finanzierung nutzen möchtest und welche monatliche Belastung für dich realistisch ist.
- Versicherung: Die Beiträge hängen unter anderem von Typklasse, Regionalklasse und deinem Schadenfreiheitsrabatt ab. Hol dir vorab Angebote für die Modelle ein, die dich interessieren.
- Kfz-Steuer: Bei Verbrennern richtet sie sich vor allem nach Hubraum und CO2-Ausstoß.
- Wartung und Verschleiß: Plane Inspektionen, Reifen und Bremsen ein. Steht bald eine große Wartung an, gehört das in den Preisvergleich.
- Zulassung: Gebühren und Kennzeichen kommen hinzu.
Leg außerdem fest, was das Auto können muss: Wie viele Sitze brauchst du, wie viel Kofferraum, welche Strecken fährst du regelmäßig? Wenn du einen SUV gebraucht kaufen möchtest, solltest du zum Beispiel Verbrauch und Reifenkosten anders einplanen als bei einem Kleinwagen.
Papiere prüfen: der erste Gebrauchtwagen-Check
Schau dir die Papiere vor dem Auto an. Passen sie nicht, kannst du dir den Rest sparen.
- Zulassungsbescheinigung Teil I und Teil II: Teil II ist der frühere Fahrzeugbrief. Ohne ihn solltest du nicht kaufen. Der dort eingetragene Halter ist nicht zwingend der Eigentümer, deshalb sollte der Verkäufer nachvollziehbar erklären können, warum er das Auto verkaufen darf.
- Fahrzeug-Identifizierungsnummer (FIN): Die 17-stellige FIN steht in den Papieren und am Fahrzeug, häufig gut sichtbar unten an der Windschutzscheibe und zusätzlich etwa am Typschild. Sie muss überall übereinstimmen.
- Serviceheft: Prüfe, ob die Wartungen nach Herstellervorgabe gemacht wurden. Was „scheckheftgepflegt“ genau bedeutet, erklären wir im Ratgeber Scheckheftgepflegt.
- HU-Bericht: Der letzte Bericht zeigt Kilometerstand und eventuelle Mängel. Die Plakette am hinteren Kennzeichen verrät, wann die nächste Hauptuntersuchung fällig ist.
- Rechnungen: Belege über Reparaturen, Reifen oder größere Wartungen helfen dir, den Zustand einzuschätzen.
Passt der Kilometerstand aus HU-Berichten und Serviceheft zum Tacho und steigen die Werte stetig an, ist das ein gutes Zeichen.
Am Fahrzeug: worauf du achten solltest
Sieh dir das Auto bei Tageslicht und im Trockenen an. Nässe und Dunkelheit verdecken Kratzer, Dellen und Lackunterschiede.
Karosserie und Lack
- Spaltmaße: Sind die Abstände an Türen, Motorhaube und Heckklappe gleichmäßig? Ungleiche Spalten können auf einen reparierten Unfallschaden hindeuten.
- Lackunterschiede: Schau schräg über die Flächen. Abweichende Farbtöne, Farbnebel auf Gummidichtungen oder raue Stellen sprechen für eine Nachlackierung.
- Rost: Kontrolliere vor allem Radläufe, Schweller und Türunterkanten.
- Unterboden: Wirf mit einer Taschenlampe einen Blick darunter. Achte auf starken Rost, Beschädigungen und frische Ölspuren.
Eine Nachlackierung ist kein Drama, solange der Verkäufer offen sagt, was gemacht wurde.
Reifen und Bremsen
- Profiltiefe: Gesetzlich vorgeschrieben sind mindestens 1,6 Millimeter. Fachleute empfehlen deutlich mehr, häufig genannt werden drei Millimeter bei Sommerreifen und vier Millimeter bei Winterreifen.
- Abrieb: Einseitig abgefahrene Reifen können auf Probleme mit Spur oder Fahrwerk hinweisen.
- Reifenalter: Die DOT-Nummer an der Reifenflanke endet mit vier Ziffern für Produktionswoche und Jahr. „2321“ steht zum Beispiel für die 23. Woche 2021. Auch Reifen mit viel Profil werden mit den Jahren hart.
- Bremsen: Durch die Felgen siehst du oft die Bremsscheiben. Ein ausgeprägter Rand an der Außenkante und tiefe Riefen sprechen für Verschleiß.
Innenraum
- Verschleiß: Lenkrad, Schaltknauf, Pedale und Fahrersitz sollten zum Kilometerstand passen. Ein stark abgegriffenes Lenkrad bei angeblich geringer Laufleistung ist ein Warnsignal.
- Gerüche: Muffiger Geruch kann auf Feuchtigkeit hinweisen. Ein auffällig intensiver Duft überdeckt manchmal etwas.
- Feuchtigkeit: Fühl unter die Fußmatten und schau in die Mulde unter dem Kofferraumboden. Nasse Teppiche deuten auf undichte Stellen hin.
- Sitze und Gurte: Prüfe Polster, Verkleidungen und alle Sicherheitsgurte auf Schäden.
Elektrik und Assistenzsysteme
- Kontrollleuchten: Beim Einschalten der Zündung leuchten sie kurz auf und erlöschen nach dem Start. Bleibt eine an, etwa für Motor, Airbag oder ABS, frag nach dem Grund.
- Ausstattung testen: Licht, Blinker, Fensterheber, Spiegel, Zentralverriegelung, Sitzheizung, Infotainment und Kamera einmal durchprobieren.
- Assistenzsysteme: Abstandstempomat, Spurhalteassistent oder Parksensoren auf der Probefahrt ausprobieren und Fehlermeldungen im Display notieren.
Motor
- Kaltstart: Bitte darum, dass der Motor vor deinem Besuch nicht warmgefahren wird. Ein kalter Motor zeigt Startprobleme und Geräusche ehrlicher.
- Ölstand: Mit dem Messstab prüfen, falls vorhanden. Zu wenig Öl kann auf Verbrauch oder mangelnde Pflege hindeuten.
- Undichtigkeiten: Ölfeuchte am Motor oder Flecken unter dem Auto notieren.
- Rauch: Nach dem Warmlaufen sollte kein dauerhaft blauer, weißer oder schwarzer Rauch aus dem Auspuff kommen. Etwas weißer Dampf bei kaltem Wetter ist normal.
- Geräusche: Klappern, Rasseln oder Pfeifen beim Start und im Leerlauf ernst nehmen.
Probefahrt mit dem Gebrauchtwagen
Ohne Probefahrt solltest du kein Auto kaufen. Nimm deinen Führerschein mit und kläre vorher, wie das Auto während der Fahrt versichert ist. Plane genug Zeit ein, damit du verschiedene Situationen erlebst: Stadt, Landstraße und wenn möglich ein Stück Autobahn.
- Kupplung: Greift sie sauber, ohne zu rutschen? Ein sehr hoher Schleifpunkt kann auf Verschleiß hindeuten.
- Getriebe: Die Gänge lassen sich leicht einlegen, nichts kracht. Ein Automatikgetriebe schaltet ruckfrei.
- Lenkung: Das Auto läuft geradeaus, das Lenkrad steht dabei gerade, beim Einschlagen gibt es keine Geräusche.
- Bremsen: Bei einer kräftigen Bremsung, wo es der Verkehr zulässt, zieht das Auto nicht zur Seite und nichts vibriert.
- Geräusche: Achte auf Brummen, Klopfen oder Poltern, besonders über Unebenheiten.
- Klimaanlage und Heizung: Kommt nach kurzer Zeit spürbar kalte beziehungsweise warme Luft?
- Verschiedene Geschwindigkeiten: Beschleunigt der Motor gleichmäßig? Treten bei höherem Tempo Vibrationen auf?
Nach der Probefahrt lohnt ein zweiter Blick unter die Motorhaube und unter das Auto: Tropft etwas, riecht es verbrannt?
Kaufvertrag beim Gebrauchtwagen: das gehört hinein
Schließ den Kaufvertrag immer schriftlich ab. Beim Händler bekommst du ihn ohnehin, beim Privatkauf helfen Mustervorlagen, etwa von Automobilclubs. In den Vertrag gehören:
- Name und Anschrift von Käufer und Verkäufer
- Fahrzeugdaten wie Marke, Modell, Erstzulassung und gegebenenfalls das Kennzeichen
- die FIN
- der Kilometerstand bei Übergabe
- Angaben zur Unfallfreiheit und zu bekannten Schäden oder Mängeln
- mitverkauftes Zubehör, etwa ein zweiter Radsatz, und die Zahl der Schlüssel
- Kaufpreis und Zahlungsweise
- Datum und Uhrzeit der Übergabe
Lass auch mündliche Zusagen in den Vertrag schreiben, zum Beispiel zu neuen Bremsen oder einer frischen Inspektion. Was nicht drinsteht, ist im Streitfall schwer nachzuweisen.
Händler oder privat: was rechtlich anders ist
Kaufst du bei einem Händler, gilt die gesetzliche Gewährleistung. Der Händler haftet also für Mängel, die beim Kauf schon vorhanden waren. Bei einem Privatverkauf kann die Gewährleistung vertraglich ausgeschlossen werden, und das ist in der Praxis üblich. Dann trägst du das Risiko für versteckte Mängel weitgehend selbst. Verschweigt der Verkäufer einen Mangel arglistig, schützt ihn der Ausschluss allerdings nicht.
Worin sich Gewährleistung und Garantie unterscheiden und worauf du dabei achten solltest, liest du im Artikel Gewährleistung und Garantie beim Gebrauchtwagen.
Gebrauchtwagen in Bergheim ansehen und Probe fahren
Bei YE CARS in Bergheim ist jedes Fahrzeug auf unserer Website mit allen Daten und Fotos beschrieben. So kannst du viele Punkte dieser Checkliste schon zu Hause durchgehen, zum Beispiel Erstzulassung, Kilometerstand, Ausstattung und ob ein Auto scheckheftgepflegt ist. Den aktuellen Bestand findest du unter Fahrzeuge.
Für Besichtigung und Probefahrt vereinbarst du einen Termin bei uns in der Fischbachstraße 55 in Bergheim. Nutze dafür das Formular unter Probefahrt vereinbaren oder ruf uns unter 02273 9386945 an. Bring diese Checkliste ruhig mit, deine Fragen beantworten wir gern direkt am Auto. Bei vielen unserer Fahrzeuge ist außerdem eine Garantie inklusive.
Häufige Fragen
Worauf muss ich beim Gebrauchtwagenkauf achten?
Prüfe zuerst die Papiere und gleiche die FIN mit dem Fahrzeug ab. Danach schaust du dir Karosserie, Reifen, Bremsen, Innenraum, Elektrik und Motor an. Eine Probefahrt auf verschiedenen Strecken und ein schriftlicher Kaufvertrag gehören immer dazu.
Was muss in einen Kaufvertrag für einen Gebrauchtwagen?
In den Kaufvertrag gehören Käufer und Verkäufer, Marke, Modell und FIN, der Kilometerstand, Angaben zu Unfällen und bekannten Schäden, mitverkauftes Zubehör und die Zahl der Schlüssel, Preis und Zahlungsweise sowie Datum und Uhrzeit der Übergabe.
Was sollte ich bei der Probefahrt mit einem Gebrauchtwagen prüfen?
Achte auf Kupplung und Getriebe, eine präzise Lenkung, Bremsen, die nicht zur Seite ziehen, ungewöhnliche Geräusche und die Funktion der Klimaanlage. Fahr in der Stadt, auf der Landstraße und wenn möglich auf der Autobahn und nimm deinen Führerschein mit.
Welche Papiere gehören zu einem Gebrauchtwagen?
Zum Auto gehören die Zulassungsbescheinigung Teil I und Teil II. Hilfreich sind außerdem das Serviceheft oder ein Ausdruck der digitalen Wartungshistorie, der letzte HU-Bericht und Rechnungen über Reparaturen und Wartungen.
Wie viel Profil müssen die Reifen eines Gebrauchtwagens haben?
Gesetzlich vorgeschrieben sind mindestens 1,6 Millimeter Profiltiefe. Fachleute empfehlen deutlich mehr, häufig genannt werden drei Millimeter bei Sommerreifen und vier Millimeter bei Winterreifen. Das Alter eines Reifens erkennst du an der DOT-Nummer.
Gibt es beim Gebrauchtwagenkauf von privat eine Gewährleistung?
Beim Kauf von privat kann die Gewährleistung vertraglich ausgeschlossen werden, und das ist in der Praxis üblich. Beim Händler gilt dagegen die gesetzliche Gewährleistung. Verschweigt ein privater Verkäufer einen Mangel arglistig, schützt ihn der Ausschluss allerdings nicht.




